Individuelle Schönheit

Eigentlich möchte ich hier nur Dinge posten, die mit dem Thema grün geschminkt zu tun haben. Aber grün geschminkt steht in seiner Philosophie dafür das Bewusstsein für die eigene Schönheit wachsen zu lassen und es zu unterstützen.

Ich spreche und schreibe deswegen nie von ‚aufhübschen‘ oder ‚verschönern‘. Denn MakeUp – Schminke – verschönert nicht. Nie!

Schminke lässt dich in deinem Spiegelbild nur das sehen, was alle anderen Menschen immer sehen, wenn sie dich anblicken: deine Schönheit.

Schminke hat nur die Fähigkeit, die von Aspekten deines Gesichtes abzulenken, auf die du sonst unterbewusst deinen Fokus legst, weil du ein Problem mit ihnen hast.

Findest du deine Nase zu groß und betonst deine Augenbrauen mal anders, lenkt das deinen Blick nicht mehr auf deine Nase, so wie sonst, sondern auf die Augenbrauen. Und du hast den Eindruck, dass sie auf einmal nicht mehr so groß ist und fühlst dich schöner.

Daran ist nichts schlimm. Wir werden täglich, beinahe stündlich mit Bildern konfrontiert, die ein bestimmtes Bild propagieren. Und diese Bilder, so sehr sie auch immer verharmlost werden, machen etwas. Sie sinken ins Unterbewusstsein und formen das eigene Verständnis von Ästhetik, so dass man am Ende das Gefühl hat, dass ein bestimmtes ‚Ideal‘ dem eigenen Geschmack entspricht. Ja, sich sogar deswegen streiten wird, wenn jemand aufmerkt, dass das ein manipuliertes Bild ist – denn schließlich kenn man sich doch am besten.

Das mag vielleicht kleinlich klingen. Aber fallen im Bezug auf MakeUp und Schminken Worte die mit Steigerung zu tun haben (schöner, verschönert, hübscher, gleichmäßiger usw.), impliziert das automatisch, dass man ohne das MakeUp all das eben nicht ist (schöner, verschönert, hübscher, gleichmäßiger usw.). Dass man ohne Schminke nicht genügt.

Darüber muss man nicht nachdenken. Das geschieht automatisch. Und deswegen ist es so gefährlich. Alles das an unserem Bewusstsein vorbei rutscht, geht nicht einfach verloren. Sondern fährt mit dem Schnellzug Richtig Unterbewusstsein. Und dort wird es gespeichert.mmer und immer wieder.

Natürlich wäre es schön, wenn alle Frauen dieser Welt sofort ohne MakeUp auskommen würden. Wenn sie sich selbst so wie sie sind schön fühlen könnten. Und, würde es nicht auf diesem Weg helfen, wenn man das Schminken nicht unterstützen würde?

Was mache ich also, wenn ich Bräute schminke und ihnen gleichzeitig sagen, dass sie das nicht brauchen? Widerspricht sich das nicht?

Ich denke zu einem gewissen Punkt widerspricht es sich wirklich. Aber ich bin von diesen Bilder auch nicht gefeit, auch wenn mir bewusst ist, was da passiert. Ich mag MakeUp. Ich liebe es damit herum zu pinseln. Und ich zwirbel Haar gern in lockere Lockenfrisuren.

Und ich würde mir etwas versagen, das ich gern tu, wenn ich es unterlassen würde, weil ich eigentlich möchte, dass alle Frauen sich ungeschminkt schön finden.

Außerdem sind viele Frauen einfach noch nicht so weit, dass sie entspannt heiraten können, ohne ein bisschen Rouge auf den Wangen. Und dann möchte ich lieber, dass sie jemand betreut, der ihnen sagt, dass sie all das eigentlich nicht bräuchten.

Ich sehe mich als eine Art MakeUp Artist der Übergangszeit.

Ich finde nicht, dass man immer sofort mit aller Gewalt 100 % konsequent sein muss. Es ist bewundernswert. Aber für viele bedeutet es einfach Stress.

Ich habe mich aus einem zweiten Grund auf das Schminken von Bräuten spezialisiert. Hier kann ich richtige Frauen an einem wundervoll emotionalen Tag begleiten und sie in dem natürlichen Stil schminken, den ich liebe. Von der Arbeit mit Modells für Fotoshootings, habe ich mich verabschiedet. Das ist eine Welt, zu der ich nichts beitreten möchte.

Außerdem ist das Braut MakeUp wirklich etwas, das seine ganz eigene Berechtigung hat.

Es wird oft unterschätzt, wie viel Farbe die Kamera frisst. Und das lange weiße Kleid, das die Braut einhüllt. Mit ein bisschen Farbe auf Lippen und Wangen, betonten Wimpern und Augenbrauen, kann dann über Jahrzehnte erhalten werden, wie die Braut an ihrem Hochzeitstag ausgesehen hat.

Dennoch möchte ich noch auf etwas anders hinaus.

Ich möchte gerne diesen Artikel  bzw. eine Internetseite mit euch teilen, die individuelle Schönheit auf ähnliche, aber dennoch unterschiedliche Weise thematisieren.

Die Natural Breast Gallery  zeigt einfach nur viele Bilder ganz normaler Brüste. Vielleicht ist das im ersten Moment ungewohnt. Aber es löst teilweise sehr starke Emotionen aus. Denn wir sehen heutzutage kaum noch normale nackte Körper – und Brüste.

Wir sehen viel nackte Haut. Aber immer in einem bestimmten Schema. Ich will gar nicht vor Größe schreiben. Aber dennoch gibt es Schubladen, in denen Körper gezeigt werden.

Brüste werden rund gezeigt. Rund und fest. Runde Bälle, die sich als Dekolleté zeigen. Im BH, Bikini, oder einem Ausschnitt. Nackte Brüste sind meist ebenfalls rund. Fest stehend. Meist sehen wir operativ veränderte Busen. Oder mit Photoshop bearbeitete – symmetrische Brüste, mit zusammen gezogenen Brustwarzen – für diese Bilder wird immer mit Eiswürfeln gearbeitet. Sodass die Warzen immer klein und spitz aussehen. Als wären sie erregt.

Deswegen empfinden wir unsere Brüste ohne BH und Kleidung meist als unattraktiv. Denn sie sehen nun mal einfach nicht so aus.

Sie sind nicht gleichgroß (die Natur besteht aus Asymmetrie, da Symmetrie spannungslos ist, denk nur mal an das ultimative Symbol dafür: Yin und Yang). Sie sind meistens nicht rund. Sie stehen nicht. Die Brustwarzen sind nicht zusammengezogen. Meist sind die Warzenhöfe groß und nicht immer rosa und hell.

Es geht hier auch gar nicht um schöner. Es geht darum, dass es verschiedene Formen gibt, die wir nicht mehr zu sehen bekommen. Und das sind die Bilder, an denen wir die Realität messen. Also fallen wir selbst aus dem Rahmen. Denn wir haben keine realistischen Vergleichswerte.

Mal so viele verschiedene Brüste auf einen Blick zu sehen, das macht etwas. Es knackt etwas. Und nicht selten fließen dabei Tränen, wenn uns bewusst wird: ich bin nicht verkehrt. Selbst bei solchen, denen nicht bewusst ein Problem mit ihrem Busen haben.

Liora K Photography hat dieses wunderbare Projekt fotografiert, das dasselbe Prinzip hat, allerdings Körper und deren Formen zeigt.

Nicht ganz nackt, aber 100 Frauen in allen Formen und Farben. Und das auf einem Haufen. Ein Körper hier ein Körper da hat nicht sie Macht dieses unterbewusste Schema aufzubrechen, das uns ohne dass wir davon wissen gefangen hält. Das ist wie, wenn ein Mensch dir etwas erzählt, das du unmöglich glauben kannst. Einer kann ignoriert werden. Aber je mehr es werden, desto schwieriger wird es.

Ich kann wirklich nur dazu ermutigen, sich darauf einzulassen und die Bilder einfach mal ruhig anzusehen. Und fühlt man, ob sich in euch etwas verändert.

Ich habe entdeckt, dass sich nach ein paar Bildern ein Gefühl eingestellt hat, das jeden einzelnen Körper schön fand. Nicht nur diejenigen, die dem Bild entsprachen, das ich vorher als attraktiv bezeichnet hätte. Das hatte nichts mit der Form zu tun und vielleicht passt das Wort schön auch nicht ganz. Da war eine Verbundenheit, ein menschliches Gefühl, das mich bewegt hat. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken kann, ohne total kitschig zu klingen. Deswegen überlasse ich das euch: findet die richtigen Worte, oder eben nicht.

Aber schön, dass ihr euch die Bilder angesehen habt.

Lena

 

 

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